Drei Minuten, sieben Fotos, ein LG. Die Statusleiste läuft von 20:52 bis 20:55, und das ist alles: öffnen, suchen, antippen, PIN, fertig. Was jetzt kommt, ist die Erklärung dahinter, denn wer sie kennt, sieht bei einem Fehlschlag sofort, woran es liegt.
Warum muss überhaupt gesucht werden?
Weil es kein Verzeichnis gibt. Dein Handy weiß nicht, was im Netzwerk hängt, bis es fragt. Also schickt die App Suchanfragen durch dein eigenes Subnetz und horcht, was sich wie ein Fernseher meldet.
Deshalb zeigt der Suchbildschirm das Subnetz an, das gerade durchkämmt wird. Auf dem Foto steht 192.168.111.x, der Bereich dieses Haushalts. Beginnt die IP deines Fernsehers mit anderen Zahlen, hängen die Geräte in getrennten Netzen, und Warten ändert daran nichts. Diese eine Zeile ist die schnellste Diagnose in der ganzen App.
Gastnetze sind der Klassiker, ebenso ein Mesh-Router mit aktivierter Client-Isolation, die es ja gerade gibt, damit Geräte einander nicht erreichen. Der Ratgeber zum nicht gefundenen Fernseher deckt den Rest der Ursachen ab.
Warum will der Fernseher eine PIN, wenn ich ihn schon ausgewählt habe?
Weil die Liste nur beweist, dass irgendetwas geantwortet hat. Alles im Netz könnte behaupten, ein Fernseher zu sein, und alles im Netz könnte darum bitten, deinen zu steuern. Der Code auf dem Bildschirm ist die Prüfung des Fernsehers, ob der Fragende den Bildschirm überhaupt sehen kann, und das ist ein brauchbarer Ersatz für “steht im selben Raum”.
Tippst du ihn richtig ein, gibt der Fernseher ein langlebiges Token zurück, das die App im Schlüsselbund des iPhones ablegt. Jeder spätere Start meldet sich damit an, weshalb die PIN pro Fernseher genau einmal auftaucht.
Ein Vertipper kostet nichts. Der Fernseher bricht ab, erzeugt einen neuen Code, und den tippst du dann.
Läuft das bei jeder Marke gleich?
Nein, und es lohnt sich zu wissen, was bei dir steht.
LG, Vizio, Android TV und Google TV zeigen einen Zifferncode wie auf den Fotos. Samsung überspringt die Ziffern und zeigt stattdessen eine Zulassen-oder-Ablehnen-Abfrage, die mit der TV-Fernbedienung oder den Tasten am Gerät bestätigt werden muss. Roku, Fire TV, Philips, Panasonic bis 2018 und die meisten Hisense-Geräte fragen nichts und verbinden sich sofort.
Apple TV ist ein Fall für sich, mit Code bei älteren Boxen und einem anderen Handshake ab tvOS 15, beschrieben im Apple-TV-Ratgeber. Die Kopplung Marke für Marke steht in iPhone als TV-Fernbedienung nutzen.
Warum ist die App auf den Fotos auf Dänisch?
Weil das Handy es ist. Die App übernimmt die Sprache des iPhones, also lesen sich “Fandt 1 tv” und “Leder efter dit tv” auf einem deutschen iPhone als “1 Fernseher gefunden” und “Suche deinen Fernseher”. Der Aufbau ist in jeder Sprache identisch, die Fotos passen also trotzdem.
Was kommt nach dem Koppeln?
Die Fernbedienung auf dem letzten Foto ist die ganze App: Ein und Aus, Lautstärke, Eingänge, Touchpad, App-Kacheln und eine Tastatur-Taste, die über die iPhone-Tastatur in TV-Suchfelder schreibt. Das Erste, was sich zu probieren lohnt, ist eine YouTube-Suche, von Anfang bis Ende fotografiert im YouTube-Ratgeber.
Die Anordnung lässt sich außerdem umbauen, sodass die Tasten dort liegen, wo dein Daumen hinfällt: eigene Fernbedienung anordnen.